Verba
Deutsch English Español Français Italiano Lietuvių Русский

Englisch für Deutschsprachige

Fast alle haben Englisch jahrelang in der Schule gehabt, und fast alle bleiben an derselben Stelle hängen: Lesen geht gut, Filme gehen halbwegs, und beim Sprechen klingt jeder zweite Satz nach übersetztem Deutsch. Das liegt nicht an mangelnder Begabung. Englisch ist mit dem Deutschen eng verwandt, und gerade diese Nähe verleitet dazu, deutsche Muster eins zu eins zu übertragen.

Englisch ist dein germanischer Cousin

Die Alltagswörter des Englischen kommen aus derselben Wurzel wie deine: house und Haus, water und Wasser, hand, finger, book und Buch, drink und trinken, come und kommen. Wo ein Spanier oder Italiener die kurzen Alltagswörter mühsam lernen muss, erkennst du sie beim ersten Hören.

Darüber liegt eine zweite, lateinisch-französische Schicht, die du aus Fremdwörtern kennst: information, situation, university, organisation. Im Deutschen klingt sie oft gehoben, im Englischen ist sie Alltag. Zusammen mit der germanischen Schicht bedeutet das, dass du von Anfang an mehr Englisch liest, als du schreiben kannst.

Die Kehrseite: Weil vieles vertraut klingt, wird wenig nachgeschlagen. Der Wortschatz, den du zu erkennen glaubst, ist genau der, der am seltensten überprüft wird.

Falsche Freunde zwischen Deutsch und Englisch

Become heißt werden, nicht bekommen, und „I become a steak“ bestellt im Restaurant etwas sehr Seltsames. Gift ist ein Geschenk, kein Gift. Also heißt auch, nicht also. Eventually heißt schließlich, nicht eventuell. Sensible heißt vernünftig, nicht sensibel. Chef ist der Koch, nicht der Chef. Und bald heißt kahl, nicht bald.

Dazu kommen die Scheinanglizismen, die es nur im Deutschen gibt: Handy, Beamer, Oldtimer, Public Viewing. Sie fühlen sich englisch an, und genau deshalb fragt niemand nach. Im Englischen heißen sie phone, projector, vintage car, und public viewing ist dort eine Aufbahrung.

Die Regel ist unbequem, aber kurz: Ein Wort, das dir bekannt vorkommt, wird als Erstes überprüft, nicht als Letztes. Die Ähnlichkeit ist eine Vermutung über die Bedeutung, und sie irrt oft genug, um ihr nicht zu trauen.

Die englischen Zeitformen, die das Deutsche nicht kennt

Das Deutsche hat keine Verlaufsform. „Ich lese“ heißt im Englischen je nach Lage I read oder I am reading, und die Wahl ist keine Stilfrage: Das eine beschreibt eine Gewohnheit, das andere den Moment. Gelernt wird das nicht über eine Regel, sondern über viele fertige Sätze, bis sich die Wahl von selbst trifft.

Das Perfekt sieht gleich aus und funktioniert anders. Im Deutschen erzählt man mit dem Perfekt die Vergangenheit: „Gestern habe ich ihn gesehen.“ Im Englischen ist „I have seen him yesterday“ falsch, denn sobald ein Zeitpunkt in der Vergangenheit genannt ist, steht das simple past. Und „Ich wohne seit fünf Jahren hier“ wird zu I have lived here for five years, nicht zu I live here since five years. Diese drei Sätze verraten deutsche Muttersprachler zuverlässiger als jeder Akzent.

Die englische Aussprache und der deutsche Akzent

Das th gibt es im Deutschen nicht, und der Mund weicht auf s oder d aus: think wird zu sink, this zu dis. Das ist korrigierbar, aber nur durch Üben mit der Zunge zwischen den Zähnen, nicht durch Zuhören.

Das deutsche w ist ein englisches v, deshalb wird aus west schnell vest und aus wine vine. Die Lippen müssen für das englische w gerundet werden, ohne die Zähne zu berühren.

Und die Auslautverhärtung. Im Deutschen klingen Rad und Rat am Ende gleich, im Englischen bleiben die Endkonsonanten stimmhaft: bed und bet, dog und dock, leave und leaf sind verschiedene Wörter. Hier hilft nur, laut zu wiederholen; stilles Lesen bewegt den Mund nicht.

Englische Wörter lernen: Reihenfolge und Zeitplan

Die Schulbasis ist fast immer da, also fang nicht mit Grammatik an, sondern mit den Wörtern, die dir im Alltag fehlen: Phrasal Verbs wie get over, put off, run into, nach Themen geordnet und immer in ganzen Sätzen. Sie sind der Teil, der dein Englisch von Schulenglisch unterscheidet, und kein Deutschunterricht hat dich darauf vorbereitet.

Realistische Zeiträume bei einer halben Stunde am Tag: entspanntes Lesen nach zwei bis drei Monaten, Serien ohne Untertitel nach etwa einem Jahr, ein ruhiges Gespräch im Beruf nach anderthalb bis zwei Jahren. Sprechen wächst nicht von allein: Eine Stunde pro Woche mit einem echten Menschen bewegt mehr als zehn Stunden Übungen.

Wo Verba hilft und wo nicht

Verba kümmert sich um den Wortschatz: Die Wörter, die dir schon begegnet sind, kommen kurz bevor du sie verlieren würdest zurück. Jedes kommt mit Beispiel, Aussprache und Übersetzung, und die Geschichte des Tages stellt es in einen Satz, statt es in einer Liste liegen zu lassen. Das Morgendiktat dauert ein paar Minuten, und genau darum geht es: Es muss in einen normalen Tag passen.

Was Verba nicht tut. Es bringt dir die Verlaufsform und das Perfekt nicht bei, denn das ist ein System und keine Sammlung von Einzelteilen zum Abrufen. Es macht dich nicht flüssig, denn Flüssigkeit ist Sprechen unter Zeitdruck. Dein Ohr trainiert es nur ein Stück weit: Manche Übungen verlangen, ein Wort ohne Text nur nach Gehör zu verstehen, und die Geschichte des Tages ist ganz vertont. In schnellem Englisch verschmilzt dasselbe Wort mit seinen Nachbarn, und dafür brauchst du eine eigene Stunde pro Woche.

Passend dazu: Englische Vokabeln lernen mit der App Verba

Wörter für den Anfang

Jede fertige Sprache hat eine offene Wortliste: Bedeutung, Aussprache, Formen und ein echtes Beispiel auf jeder Seite.

Sammle hier die Wörter, die dir wirklich begegnet sind

Das englische Wörterbuch in Verba besteht aus echten Einträgen mit Beispiel und Aussprache, und du kannst es mit deinen eigenen ergänzen: einem Wort aus einer E-Mail, aus einer Serie, aus einem Meeting, dem du halb folgen konntest. Jeden Morgen kommt eine kurze Liste mit dem zurück, was fällig ist, nicht alles auf einmal.

Übe auf dem Handy

In der App gibt es dasselbe Morgendiktat, und Konto und Fortschritt teilt sie mit der Website.

Richte die Handykamera darauf
Google Play

© 2026 Verba. Alle Rechte vorbehalten.